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Chronische Krank­hei­ten, Auto­immun­er­kran­kun­gen, Rheu­ma, Atem­wegs-/Lun­gen­er­kran­kun­gen, Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen und Ent­zün­dun­gen

Chronische Krankhei­ten

Eine Krankheit wird als chro­nisch be­zeich­net, wenn sie län­ger an­dau­ert, in der Re­gel län­ger als vier bis sechs Wo­chen. Die­se kann so­wohl mit einem plötz­li­chen und hef­ti­gen Krank­heits­schub (akut) be­gin­nen als auch schlei­chend ent­ste­hen.
Es gibt verschiedene For­men bzw. Unter­grup­pen von chro­ni­schen Krank­hei­ten. Sind die Sym­pto­me (Krank­heits­zei­chen) ziem­lich schwach, wird sie als sub­chro­ni­sche Krank­heit be­zeich­net. Sind die Sym­pto­me hin­ge­gen aus­ge­prägt bzw. wer­den sie im Krank­heits­ver­lauf stär­ker oder mehr, wird sie als chro­nisch-pro­gre­dient (chro­nisch-fort­schrei­tend) be­zeich­net. Der Be­griff pro­lon­giert (lang­an­halt­end) wird ver­wen­det, wenn die chro­ni­sche Er­kran­kung meh­re­re Mo­nate an­dau­ert. Bei einer per­ma­nen­ten Prä­senz der Krank­heit oder de­ren Sym­pto­me, wird von ei­ner so­ge­nann­ten Chro­ni­fi­zie­rung bzw. chro­ni­fi­zier­ten Krank­heit ge­spro­chen.

Autoimmunerkrankun­gen

Unter einer Autoimmunerkran­kung wird eine Krank­heit ver­stan­den, bei der sich das Im­mun­sys­tem ge­gen kör­per­eige­ne Struk­tu­ren (Zel­len, Ge­webe oder Or­ga­ne) rich­tet. Auto­immun­er­kran­kung ist ein Über­be­griff für eine Viel­zahl sehr unter­schied­li­cher Krank­hei­ten, bei de­nen das Im­mun­sys­tem (Ab­wehr­sys­tem) irr­tüm­li­cher­wei­se die eige­nen Kör­per­zel­len an­greift, schä­digt und zer­stört.
Die bekanntesten Auto­immun­krank­hei­ten sind Pso­ria­sis, Ha­shi­moto-Thy­reo­idi­tis, Mor­bus Base­dow, Co­li­tis ulce­ro­sa, Mor­bus Crohn, Dia­be­tes Typ I, Mul­ti­ple Skle­ro­se, Mor­bus Ad­di­son, Sjög­ren-Syn­drom, Lu­pus, Skle­ro­der­mie, Der­ma­to­myo­si­tis, Poly­myo­si­tis, Mor­bus Bech­ter­ew, rheu­ma­toide Ar­thri­tis / chro­ni­sche Poly­ar­thri­tis, Le­ber­zir­rho­se, Myas­the­nia gra­vis, Zö­li­akie-Sprue und Auto­immun­he­pa­ti­tis.

Rheuma / Rheumatismus

Rheumatismus (oder kurz Rheu­ma) sind im Volks­mund nicht scharf de­fi­nier­te Krank­heits­be­zeich­nun­gen für Schmerz­zu­stän­de im Be­reich des Stütz- und Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes, die mit Funk­tions­ein­schrän­kun­gen ein­her­ge­hen. Die me­di­zi­ni­sche Be­zeich­nung für Rheu­ma ist "Er­kran­kun­gen des rheu­ma­ti­schen For­men­krei­ses". Die­ser Sam­mel­be­griff ent­hält etwa 400 Krank­heits­bil­der und um­fasst ent­zünd­li­che Ge­lenk- und Wir­bel­säu­len­er­kran­kun­gen, de­ge­ne­ra­tive Ge­lenk- und Wir­bel­säu­len­ver­än­de­run­gen, ent­zünd­li­che und nicht­ent­zünd­li­che Krank­hei­ten der Weich­teile (Weich­teil­rheu­ma) so­wie sys­te­mi­sche Binde­ge­webs- und Gefäss­er­kran­kun­gen.
Zu dieser Gruppe gehö­ren Krank­heits­bil­der wie Skle­ro­der­mie, Lu­pus ery­the­mato­des, Sjög­ren-Syn­drom, Der­ma­to­myo­si­tis, Poly­myo­si­tis, Mor­bus We­ge­ner, Vas­ku­li­tis, Poly­my­al­gia rheu­ma­tica, Fi­bro­my­al­gie, Mor­bus Bech­ter­ew, rheu­ma­toide Ar­thri­tis / chro­ni­sche Poly­ar­thri­tis und Os­teo­po­ro­se / Kno­chen­schwund.

Atemwegserkrankun­gen / Lun­gen­er­kran­kun­gen

Atemwegserkrankung ist ein Ober­be­griff für Krank­hei­ten, wel­che die Or­ga­ne des At­mungs­sys­tems (Re­spi­ra­tions­trakt) be­fal­len bzw. de­ren Aus­wir­kun­gen sich über­wie­gend im At­mungs­sys­tem aus­wir­ken. Die Lun­gen­er­kran­kun­gen sind eine Unter­grup­pe der Atem­wegs­er­kran­kun­gen und spie­len sich pri­mär in der Lun­ge (Pul­mo) ab. Die Lun­ge ist eins der wich­tigs­ten Or­ga­ne des Kör­pers. Mit durch­schnitt­lich 15 Atem­zü­gen wer­den pro Mi­nu­te bis zu neun Li­ter Luft aus­ge­tauscht. Um­so schwer­wie­gen­der ist es, wenn die Lun­ge er­krankt. Die be­kann­tes­ten Atem­wegs­er­kran­kun­gen sind Bron­chi­tis, Pneu­mo­nie / Lun­gen­ent­zün­dung, Asth­ma bron­chia­le, Lun­gen­fi­bro­se, COPD / chro­nisch-obstruk­ti­ve Lun­gen­krank­heit, Pneu­mo­ko­nio­se / Staub­lun­ge und das Lun­gen­em­phy­sem / Lun­gen­ge­webe­über­blä­hung.

Stoffwechselerkran­kun­gen

Stoffwechselerkrankungen sind Krank­hei­ten, wel­che durch Stö­run­gen ei­ner oder meh­re­rer Stoff­wech­sel­wege ent­ste­hen. Die­se kön­nen den Fett­stoff­wech­sel, den Koh­len­hy­drat­stoff­wech­sel, den Ei­weiss­stoff­wech­sel oder den Mi­ne­ral­stoff­wech­sel be­tref­fen. Un­ter Stoff­wech­sel wird der Trans­port und die che­mi­sche Um­wand­lung von Stof­fen in ei­nem Or­ga­nis­mus ver­stan­den.
Zur Gruppe der Stoffwechsel­er­kran­kun­gen ge­hö­ren Krank­hei­ten wie Dia­be­tes / Zucker­krank­heit, Os­teo­po­ro­se, Mor­bus Ad­di­son, Mor­bus Conn, Mor­bus Cushing und Amy­lo­ido­se.

Entzündungen / Inflammatio

Eine Entzündung (In­flam­ma­tio) ist ein Hei­lungs­ver­such von Ge­webe­zel­len. Ein Fremd­stoff oder Anti­gen löst da­bei den Reiz für eine Ab­wehr­reak­tion aus. Oft be­steht die Re­ak­tion aus ei­ner Ab­stos­sung ei­nes Teils des kran­ken Ge­webes und an­schlies­sen­der Neu­bil­dung (Re­pa­ra­tion) des Ge­webe­scha­dens. Eine Ent­zün­dung kann in ei­nem lo­ka­len (ört­lich be­grenz­ten) Ge­biet auf­tre­ten oder sys­tem­isch den gan­zen Kör­per be­tref­fen. Die Ent­zün­dungs­reak­tion ist ein kom­ple­xer Pro­zess, an des­sen Re­gu­la­tion un­ter an­de­rem im­mun­kom­pe­ten­te Zel­len, Anti­kör­per und Ent­zün­dungs­me­dia­to­ren be­tei­ligt sind. Die meis­ten Krank­hei­ten ge­hen mit ei­ner Ent­zün­dung ein­her.
Bekannte entzündliche Er­kran­kun­gen sind Mul­ti­ple Skle­ro­se, Ha­shi­moto-Thy­reo­idi­tis, Mor­bus Base­dow, Co­li­tis ulce­ro­sa, Mor­bus Crohn, Di­ver­ti­ku­lits, Gas­tri­tis, Pan­krea­ti­tis, Pye­lo­ne­phri­tis / Nie­ren­be­cken­ent­zün­dung, Glome­ru­lo­ne­phri­tis, Myo­kar­ditis / Herz­mus­kel­ent­zün­dung, Peri­kar­ditis / Herz­beu­tel­ent­zün­dung, Asth­ma bron­chia­le, Neu­ro­der­mi­tis, Hist­ami­nose und All­er­gien.

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